Umbau Haus am Ring, Zürich

Planung und Realisation: 2016
Auftraggeber: Privat
Projektteam: Michael Metzger, Clement Cattin, Mahela Hack
Presse: Häuser Modernisieren 1/2019

Was tun mit einem 25jährigen Anbau, der durch rosarote Keramikplatten und einem wuchtigen Vordach auffällt? Seit der Erweiterung von 1990 wurde das Einfamilienhaus aus der Gründerzeit im Zürcher Allenmoos-Quartier als Büro genutzt. Wir fassten den Auftrag das Bauwerk zurück in ein Wohnhaus zu verwandeln.

Anstatt den demodierten Anbau abzureissen, wählten wir – auch aus Kostengründen – die Strategie des Zusammenführens: Altbau und 90er-Jahre-Anbau sollen durch pragmatische Interventionen zu einem wohnlichen Ganzen verschmelzen.

Mit sparsamem Einsatz und wenigen gestalterischen Mitteln formen wir den Büro-Anbau um zu einem Wohnhaus. Der Haupteingang kommt wieder an die Rückseite und gegen Süden schneiden wir ein grosses Fenster in den Anbau.

Die neuen Fenster und trapezförmigen Metallzargen sind in Weiss gehalten und verbinden sich so mit dem existierenden weissen Keramikfries und mit der Untersicht des Anbau-Vordachs.

Aus den vorhandenen quadratischen Elementen der 1980er Jahre entwickeln wir ein Thema, das sich durch dass gesamte Haus zieht. Beläge, Öffnungen, Griffe, Beleuchtung und Rahmen erhalten eine beabsichtigte Gestaltung mit quadratischen Formen.

Die neue Eingangstüre sitzt wieder am historischen Ort und erhält einen neuen Treppenzugang.

Quadratische Keramik auch als Rückwand und Fensterrahmung bei der Küche.

Der Tagesbereich in den Wohnzimmern wird im Parkettboden mit einfachen Intarsien nobilitiert.

Mit wenigen Eingriffen wird das Haus am Ring wieder zum Wohnhaus. Im Erdgeschoss ordnen wir die Wohnräume neu um die Küche an.

Mit einem Farbkonzept binden wir die unterschiedlichen Räume zu einem Ganzen zusammen:

Helle Parkettböden in den Zimmern, dunkler Parkett in den Erschliessungsbereichen. Vertikale Verbindungen halten wir in einem hellen Grün, Zimmertüren Petrolblau und Türen zu Nassräumen in Rot. Sonst dominieren Weiss- und Schwarztöne, sowie die Naturfarbe des Holzes.

Bei geöffneten Türen sind alle drei Farben des Konzeptes gemeinsam erlebbar.

Die neue Duschnische haben wir rückwärtig zur Toilette angesetzt.

Im Dachgeschoss kombinieren wir Spiegel und Dachfenster zu einer Rahmung.

Die Treppenwange als durchgehende vertikale Erschliessung liessen wir gemäss Farbkonzept in hellem Grün streichen.

Beim Treppenabschluss kommen alle Elemente zusammen: Eine Wandbeleuchtung aus vier Quadraten, das Ende des dunklen Parketts vor den Zimmern, die Ausziehtreppe ebenfalls in hellgrün und die Zimmertüren aus unterschiedlichen Epochen, welche über die petrolblaue Farbe zusammengehalten werden.